Titicaca: erstens kommt es anders...
von Monika
Von La Paz aus fahren wir 4 Stunden mit dem Bus an den höchsten, kommerziell schiffbaren See der Welt: den berühmten Titicaca-See. In Thierrys Kindheitserinnerung war dieser See (mit dem lustigen Namen) ein Sinnbild für das „unendlich weit weg Liegende, den unendlich hohen und (für klein Thierry) absolut unerreichbar gelegenen Ort“ an sich.
Und jetzt sind wir im Begriff, genau da hin zu fahren.

Tatsächlich liegt der Titicaca See auf der beachtlichen Höhe von 3812 Metern über Meereshöhe. Die Grenze zwischen Bolivien und Peru teilt den See von Norden nach Süden. Er beherbergt diejenige mystische Insel, auf der, der Legende nach, der erste Inka, Manco Cápac, über einen Felsen auf die Erde gestiegen sein soll: die berühmte „Isla del Sol“. Auf dem Titicacasee dümpeln weiter die einzigartigen „schwimmenden Schilf-Inseln“ der Uros. Und auf vielen der kleineren natürlichen Inseln, leben die Menschen noch in althergebrachter Tradition.
Und nun klettert unser Bus über diverse auf- und absteigende Serpentinen ständig etwas höher. Wir überqueren auf hölzernen Fährschiffen einen Arm des Sees:
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Danach fahren wir weiter und erreichen nun also gegen Abend tatsächlich Thierrys fernsten Planeten, den legendären Titicacasee.
Das Städtchen in dem wir wohnen werden heisst: Copacabana :-) und hat circa 6000 Einwohner. (Also nicht zu verwechseln mit dem berühmten Copacabana in Rio de Janeiro, wo die Lola als Showgirl arbeitet 🎶 😉)
Unser Hotel in Copacabana heisst la Cupula und liegt nochmal 60m oberhalb des Sees am Hang. (keuch..) Es ist sehr sympathisch und bietet einen super Ausblick auf das Städtchen, den See und das allseits bewunderte und hoch gelobte Farbenspiel, dass der See jeweils bei Sonnenuntergang bietet.
Hier oben am Titicacasee möchten wir drei Dinge tun. Erstens, die Isla del Sol besuchen. Zweitens die Grenze nach Bolivien überqueren und drittens auf dem Titicaca-See Kanu fahren und die schwimmenden Inseln der Uros besuchen.
Aber eben, erstens kommt es anders....
Der Besuch der Isla del Sol.
Diesen müssen wir leider von unserem Plan streichen, da in Copacabana auch Immodium, Motillium und CarboLevure auf unserem Speiseplan stehen.
Wir verbringen also viel Zeit in der Hängematte und geniessen das heimelige Kaminfeuer, den tollen Garten und die Gesellschaft der herzigen Alpakas, die hier als Rasenmäher eingesetzt werden. Daneben unternehmen wir ein paar Streifzüge durch das Städtchen.
Nach drei Tagen sind wir wieder fit zur Weiterreise und möchten nun mit einem Bus über die Grenze in das, am Westufer des Sees gelegene, peruanische Puno.
Der Bus fährt Nachmittags um 13.30h. Also denken wir uns, es wäre gut vor der Busfahrt noch was kleines essen zu gehen. Dies um unsere Kohlenhydratspeicher nach den überstandenen Turbulenzen etwas aufzufüllen. Ausreichend, leicht und kohlenhydratreich zu essen, ist in diesen Höhen absolut notwendig, auch wenn man manchmal gar keinen Hunger verspürt. Diese Erfahrung haben wir auf unserer Uyuni Tour gesammelt. Wir mampfen also wacker Poulet und Kartoffelstock bevor wir uns dann circa um 13h an die Bushaltestelle begeben.
Dieser kleine Schachzug, stellt sich später heraus, war fast schon prophetisch...denn Energie ist auf dem weiteren Verlauf der Reise sehr gefragt :-)