Sucre: la Glorieta, Tarabuco

von Monika

Sucre, Boliviens geheime Hauptstadt 2

Ein rosarotes Schloss und ein Textilmarkt in den Bergen

Wir haben in unserem Bekanntenkreis eine Freundin, die väterlicherseits bolivianische Wurzeln hat. Milena hat ein halbes Jahr in Sucre und ein ganzes Jahr in Cochabamba gelebt. Wir schreiben Milena an, um von ihr einige Insidertipps zu bekommen, was sich denn in Sucre zu besuchen lohnt. Von ihr erhalten wir den Tipp einen Ausflug zu „la Glorieta“ zu machen und den Markt in Tarabucco zu besuchen. Beide Ziele sind gut mit dem lokalen öffentlichen Verkehr zu erreichen. Allerdings darf man sich unter den Bussen keine schweizerischen Postautos vorstellen. Es handelt sich dabei um Klein-Busse, die auf die Körpergrösse der BolivianerInnen angepasst sind. Wir langgliedrigen Gringos kommen in den kleinen Sitzen schon mal arg in Platznot... und dazu muss man wissen, bolivianische Busse werden gnadenlos bis auf den letzten vorhandenen Platz gefüllt. Erst wenn sie wirklich voll sind und auf den Felgen liegen, fahren die Chauffeure los. Denn jeder Platz bedeutet einen zahlenden Kunden. Die Reise zu den Orten ist also bereits ein close encounter mit bolivianischem Alltag :-)

La Glorieta

Erbaut 1893-1897 von Francisco Argandoña und seiner Frau Doña Clotilde.

Francisco war durch die Arbeit in den Silbermienen von Potosi zu grossem Reichtum gelangt. Er und seine Frau engagierten sich in grossem Stil in der Wohlfahrt von Sucre. Ihre Arbeit für die Allgemeinheit beeindruckte Papst Léon den VIII so sehr, dass er die beiden 1898 in den Stand von Prinz und Prinzessin erhob.

Das Schloss, das die beiden Eheleute sich als Wohnsitz erbauten ist ein eklektizistischer Bau. Dieser verwebt mehrere Stilepochen miteinander in einem rosaroten Märchenschloss. Leider ist das Schloss nicht mehr möbliert. Die Räume spiegeln aber auch leer noch immer die wohl märchenhafte Ausstattung von damals. Die Räume sind mit den wunderbaren Parkettböden, ornamentalen Fenstern und farbigen Wänden immer noch äusserst fotogen:

Der Markt von Tarabuco

Tarabuco ist eine kleine Gemeinde circa 65 km süd-östlich von Sucre. Am Sonntag findet dort ein Markt statt, der neben den auch sonst im Land überall üblichen Produkten vor allem auch bekannt ist für seine Stände mit noch einigermassen originären, Web-Stoffen. Die Leute aus den abgelegenen Weilern kommen hier am Sonntag auf den Markt, um ihre Lebensmittelvorräte aufzufüllen oder sich vielleicht auch einen neuen Poncho oder Stoffe für Tragetücher und anderes zu kaufen. Und da wir uns jetzt schon im Textil-Museum über die verschiedenen Web-Traditionen etwas klug gemacht haben, fahren wir mit Interesse in diese kleine Gemeinde auf 3200 m.ü.M. Es ist spannend über den Markt zu schlendern, da wir jetzt die verschiedenen Webarten und Muster wiederkennen und somit die Qualität der verschiedenen Angebote etwas besser einordnen können. Aber eben, unser Gepäck ist noch immer nicht grösser als 40 Liter pro Person.

Deshalb beschränken wir uns auf einen Mini-Einkauf: Eine kleine Erinnerung an den Sonntags-Markt von Tarabuco

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