Sucre: Boliviens geheime Hauptstadt
von Monika
Sucre Boliviens geheime Hauptstadt
In Sucre bleiben wir mehrere Tage. Wir haben ein super Hotel gefunden, das nahe an der Plaza Mayor liegt, den Charme der alten Kolonialarchitektur pflegt und inmitten der vom Verkehr geplagten Innenstadt eine Insel der Ruhe bietet. Dies, da viele seiner Zimmer in den schmucken Innenhof gerichtet sind. Auch das Frühstück ist super lecker, mit vor Ort gereiften Früchten, Säften und jeden morgen frisch zubereiteten Pies in reichen Variationen.
Von hier aus unternehmen wir verschiedenste Dinge. Einerseits steht natürlich das schon fast zur Tradition gewordenen „Callejar“ auf dem Programm. Sucre ist eine schmucke Stadt. Sie besitzt viele Kirchen und Gebäude aus der Kolonialzeit. Fast alle Häuser des Stadtzentrums sind weiss getüncht. Dies ergibt zusammen mit dem oft stahlblauen Himmel ein fotogenes Ensemble. Leider hat die Stadt ziemlich viel Verkehr, der sich durch die engen Gassen drängt und die wenigsten der Motoren scheinen vernünftige Abgaswerte zu haben. Jedenfalls staut sich in den Gassen zu Stosszeiten das Abgas und macht unseren durch klare Höhenluft verwöhnten Näschen und Lungen ganz schön zu schaffen.
Am Samstag den 8.Dezember steigen wir zum ehemaligen Kloster la Recoleta hoch. Dieses thront auf einem Hügel oberhalb der Stadt und bietet einen wunderbaren Ausblick auf Sucre. Schon als wir die Strassen hochsteigen, treffen wir auf unzählige festlich gekleidete SchülerInnen und Festgemeinschaften mit weissen Blütenblättern in den schwarzen Haaren. Wir denken uns, vielleicht ist heute ein spezieller kirchlicher oder schulischer Festtag. Auch auf dem Platz vor der Kirche tummeln sich Stretch-Limousinen und nicht weniger als drei Hochzeitsgesellschaften halten hier ausgedehnte Video- und Fotoshootings. Später erfahren wir dann, dass der Grund für die vielen Hochzeiten darin liegt, dass das Datum (8.12.2018) sich gut durch 2 teilen lässt und dies in bolivianischer Denkweise Glück für die Jungvermählten verspricht.
Wir schauen dem Treiben zu und stauenen nicht schlecht über die perfekt organisierten Shootings. Natürlich geniessen wir auch die Aussicht von der Terrasse des Kaffees gerade unterhalb der ehemaligen Klostermauer.
Danach besuchen wir noch das ASUR-Textilmuseum. Dieses kleine und feine Museum bietet einen gut recherchierten Einblick in die Webkunst und Festagsgebräuche der verschiedenen indigenen Völker. Hier erfahren wir Fundiertes über die verschiedenen Webmuster, die Bedeutung der verwendeten Zeichen auf den Stoffen und auch darüber, wer zu welcher Zeit gewoben/gestrickt hat. In gewissen Völkern war nämlich das Weben Männersache. Leider darf man im Museum nicht fotografieren. Wir können euch deswegen hier nicht zeigen, wie kunstvoll, filigran und farbenfroh die verschiedenen Webmuster sind.
Das Thema der Web-Kunst zieht sich jedoch (ungeplant) wie ein roter Faden durch unsere verschiedenen Erlebnisse in Sucre. Sie taucht da wieder auf, wo man es am wenigsten erwarten würde. Also fleissig weiterlesen ;-)