Humboldtsche Pinguine
von Monika
Von Walen, Delphinen, romantischen Kormoranen, Seelöwen Harem und natürlich von den Humboldtschen Pinguinen
Wir buchen bei Ecoturismo eine Exkursion zu den Islas Damas, einer Inselgruppe, die aus drei Inseln besteht. Auf einer von ihnen lebt die endemische Art der Humboldt Pinguine in einem Schutzreservat. Die Besucherzahl auf den Inseln ist pro Tag auf 150 Personen beschränkt, um die Immissionen des Tourismus für das Reservat einigermassen unter Kontrolle zu halten. Neben den Pinguinen leben auf den Inseln auch Seelöwen, verschiedene Kormorane und andere Seevögel. Zwischen den Inseln jagen Delphine und von Dezember bis Februar gibt’s auch Finnwale, die das Gebiet auf ihrer Wanderung durchqueren... natürlich sind wir gespannt, was wir alles begegnen und hoffen insgeheim, dass wir vielleicht auch einen dieser faszinierenden Riesensäuger zu Gesicht bekommen.
Wir werden vom Kleinbus direkt in unserem Hotel abgeholt und fahren dann mit Felipe, unserem energiegeladenen Tourguide und Driver, zu den circa 120km entfernten Islas Damas. Wer glaubt, die Fahrt durch mehr oder weniger wüstenähnliche Landschaft wäre langweilig, täuscht sich gewaltig. Felipe ist ein echter Alleinunterhalter. Während er uns im Verlaufe der Fahrt mit vielen Facts und Hintergrundsinformationen zur Exkursion versorgt, betreibt er auch noch Gruppenbildung, und lässt uns durch geschickte Rhetorik auf zusätzliche Überraschungen hoffen. Gleichzeitig organisiert er während der Fahrt den Mittagstisch, macht Gruppenfotos für Facebook, füllt Kontrollisten aus und lockert mit seinen Spässen die Stimmung unter den Exkursionsteilnehmern.
Im Hafen Punta Choros angelangt, rüsten wir uns mit Schwimmwesten aus und werden mit Instruktionen zum Einsteigen auf das Schiff versorgt. Bei recht bewegter See setzen wir mit einem Boot, das circa 24 Personen fasst, zur Insel Isla Choros über.

Das macht Spass, so nah an der Gischt zu sitzen. Wir sehen das zweite Boot, das gleichzeitig mit unserem übersetzt immer wieder in den Wellentälern verschwinden. > (ab 00:17)
Als wir die Insel Choros (Reserva National Pingüino de Humboldt) erreichen, tuckert das Schiff vorsichtig dem Ufer entlang. Der Fahrer des Bootes und Felipe kennen das Reservat gut. Sie machen uns immer wieder auf Brutplätze und versteckte Nester aufmerksam. Zu jedem der Tiere, die wir entdecken, erzählt Felipe uns interessante Facts, und, das muss man ihm lassen, er macht das rhetorisch so geschickt, dass man ihm wirklich gerne zuhört.
Wir erfahren von romantischen Kormoranen, die ein Leben lang als Paar zusammenleben.

Wir wissen jetzt, dass es unter den Kormoranen Arten gibt, die Öl auf dem Gefieder haben, und desswegen zur Jagd nach Fischen nicht so tief tauchen können, wie jene Arten, deren Federn nicht mit Fett geschützte sind. Desswegen sieht man diese Kormorane oft mit weit geöffneten Schwingen oben auf den Felsen stehen. Dies damit ihr Gefieder nach den Tauchgängen trocknen kann.
Wir wissen, dass man bei den Humboldt-Pinguinen die erwachsenen Tiere an den seitlichen Streifen erkennt, welche die Jungtiere erst im Laufe der Zeit entwickeln. 80% der weltweiten Population dieser seltenen kleinen Pinguine leben hier auf dieser Insel.


Ferner erfahren wir, das Seelöwen-Bullen einen ganzen Harem von Weibchen haben und diese praktisch ohne Unterbruch trächtig sind.


Nach der Erkundung der Küsten der Hauptinsel fahren wir während 30 Minuten zur Insel Damas. Hier dürfen wir aussteigen und während einer Stunde die Fauna und Flora der Insel betrachten und fotografieren.



Danach gehtś zurück zum Festland. Während all dieser Fahrten steht Felipe vorne auf dem Schiff und hält Ausschau nach Delphinen oder Walen. Leider haben wir kein Glück. Die Fische zeigen sich an diesem Tag nicht.
Dafür entschädigt uns Felipe auf der Rückfahrt mit einem Stopp an einem der schönsten „Miradors“ der Küstenregion.


