...Fahrt zu Hexen und Brujos 1
von Monika
Wir reisen mit der „Naviraustral“ im slow-travelling Tempo, lassen (gefühlte 20) spanisch gesprochene Soaps und Actionfilme über uns rieseln und uns von der Muse küssen...
Unser nächstes Ziel ist ein Ort in Chile, an dem (gemäss unserem Reiseführer) alles anders ist. Chiloé, eine Insel vor der Küste Chiles. Die Chiloten, das ist der Name des Volkes, das die Kultur dieser Insel prägten, lebten lange Zeit in grosser Unabhängigkeit vom Festland und bewahrten mit Sorgfalt die eigene Kultur.
Häuser auf Stelzen, Nebel, seltsame Hexen, Brujos und andere fantastische Wesen gibt es in Chiloé. Die Insel sei ein Ort mit einer ihr ganz eigenen Spiritualität. Die Insel beherbergt heute noch 16 hölzerne Holzkirchen, die UNESCO Weltkulturerbe sind. Wir sind gespannt!
Den Weg nach Chiloé möchten wir nicht via Bus auf dem Festland bewältigen, sondern die reguläre Fähre nutzen. Frei nach dem Motto „der Weg ist das Ziel“. Die Fährschiffe der Schiffahrtsgesellschaft „Naviraustral“ bedienen die vielen kleinen Inseln auf ihrem Weg nach Norden und brauchen für die Strecke von Chacabuco nach Quéllon auf Chiloé circa 31 Stunden.
Unsere Anreise zum Fährhafen führt uns zuerst mit einem Bus von Rio Tranquilo nach Coyhaique. Dies ist die grösste Stadt der Region. Sie hat eine gute Infrastruktur für Touristen. Alle Vorräte und Geldreserven lassen sich hier problemlos auffüllen und es lässt sich wieder einmal so richtig lecker essen. Wir entscheiden uns für ein gegrilltes Lomo Steak, einen Quinoa-Salat mit Koriander, Zitrone und Tomaten und teilen uns diese beiden Bestellungen zu zweit. Dies lässt die Portionen auf eine bewältigbare Grösse schrumpfen. Zum Gebrauch des Steak-Messers muss man zwar zuerst einen Waffenschein lösen :-) aber, wir sind in Chile, da isst man Fleisch... und zwar richtig.

Die Cerveza dazu bestelllt natürlich jeder nach eigenem Gusto und im eigenen Glas. Das hingegen liegt schon drin ;-)
Da wir uns an einen Tisch draussen gesetzt haben, haben wir, kaum ist das Fleisch auf dem Tisch, drei Hunde-Schnauzen auf unseren Beinen, die sich ebenfalls für unser Lomosteak interessieren. Sich draussen zu platzieren und Fleisch zu bestellen, ist wohl ein echter Gringo-Fehler, denn die um uns herum sitzenden Leute können sich ein Lachen nicht verkneifen. Wir versuchen die Tiere von unserem Tisch fernzuhalten, was nur bedingt gelingt. Die Hunde sind hier zwar weder bösartig noch aggressiv... aber natürlich unwiderstehlich angelockt vom leckeren Duft des Fleisches.
Mit einem mutigen „Camarero podemos cambiar la mesa, por favor, los perros nos molestan“ ...ob das wohl korrekt ist? verlangen wir einen anderen Tisch. Und ja es klappt. Im Innern des Restaurants können wir nun ohne ständigen Abwehrkampf das Mahl so richtig geniessen.
Wir verstehen, dass die Hunde so hartnäckig waren, das Fleisch ist wirklich ausgezeichnet!
In Coyhaique verbringen wir die Nacht im familiären und symphatischen Don Tito und fahren dann am nächsten Morgen via „Aysen“ zum Fährhafen Chacabuco. Hier ein Bild aus dem kleinen Transfer Bus, der vollgepfropft mit fülligen Chilenen war. (hmm, haben wir sowas Ähnliches nicht schon mal erlebt? - nur waren damals anstelle eines Chilenen, drei kleine feine Vietnamesen an Bord. Aber der kleine Bus ächzte genauso und lag ebenfalls fast auf den Stossdämpfern auf.)

Kommentar von Thorsten |
sieht klasse aus das kleine stück fleisch
Antwort von Thierry
... war auch superlecker!