Wasserfall und Blumenmeer
von bluegecko · 👁 12 Aufrufe
Einen Regenbogen ausspeiend, lässt er den Sommer nicht näher - der Klang des Wasserfalls
Niji o haite / natsu yose tsukezu / taki no oto
(Das Haiku beschreibt die Kraft eines Wasserfalls. Dessen Gischt erzeugt im Sonnenlicht einen Regenbogen. Gleichzeitig schafft das donnernde Wasser eine solche Frische, dass die Sommerhitze keinen Zutritt zu haben scheint.)
Unser heutiger Ausflug führt und zu zwei verschiedenen Wasserfällen. Zuerst Amidaga, ein Wasserfall der imposante 60 Meter hoch ist. Die Schlucht, in die sich das Wasser ergiesst ist wunderschön. Man erwandert den Wasserfall von unten her. Hat man das Wasserbecken unterhalb des Falls erreicht, spührt man die erfrischende Kühle der Gischt in der Felsenkathedrale. Der Fall ist gefasst von einem Felsenrund an dem Flechten in allen farblichen Nuancen wachsen. Die nassen Steine erstrahlen in einem warmen Braunton und das ganze “Arrangement” aus Felsbrocken, Pflanzen und geschichteten Steilwänden ist wirklich einmalig schön. Amidaga besticht nicht durch geballte Kraft des Wassers als vielmehr durch die räumliche Situation, einen “eleganten” Wasserschleier, die Farben und die Vegetation.
Eheleute
Als dritten Stopp an diesem Tag besuchen wir die Odaki und Medaki Wasserfälle (男滝・女滝 – Männlicher und Weiblicher Wasserfall) ein wunderschönes, sagenumwobenes Wasserfall-Paar im Kiso-Tal.
Der Wasserfall besteht eigentlich aus zwei Flüssen, die sich getrennt über die Kante ergiessen und im darunter liegenden Becken vereinen. Natur ist manchmal reine Poesie - oder nicht? 🥹
Mizu no Jikan – 水の時間 („Die Zeit des Wassers“)
Mizu no Jikan – 水の時間 („Die Zeit des Wassers“) – begleitet Wasserfälle und Bäche, die zunächst in ihrer natürlichen Bewegung und kurz darauf in Zeitlupe zu sehen sind.
Die Musik ist ausschliesslich für Streicher geschrieben. Erste und zweite Geigen, Viola, Celli und Bässe spielen mit Dämpfer und zeichnen dabei die fliessende Bewegung des Wassers nach. Darüber liegt eine ruhige Melodie der ersten Geige, die sich wie eine eigene Strömung aus dem Gesamtklang löst.
Obwohl das Stück in G-Dur steht, bleibt die Harmonik nicht lange dort, wo man sie erwartet. Immer wieder führen überraschende Akkordwechsel kurz in andere Klangfarben und erzeugen kleine Schatten im ansonsten hellen Klangbild. Besonders deutlich wird das beim Wechsel von C-Dur zu C-Moll, der dem vertrauten Verlauf plötzlich etwas Melancholisches gibt. So bewegt sich die Musik wie das Wasser selbst: stetig fliessend, aber nie ganz vorhersehbar.
Ein Vergnügen für Jung und Alt
Als Abschluss und farbliches Kontrastprogramm 😉besuchen wir “Bokka no Sato” einen malerischen Themenpark auf dem Hirugano-Plateau, der jetzt im angehenden Herbst mit Farbenpracht besticht…

Bemerkung am Rande: Dieser Wagenpark steht zur freien Verfügung am Eingang des weitläufigen Naturparks...
☺️ Soviel zum Thema japanischer Kundenservice…
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