Tottori - oder wie Sand Kunst inspiriert
von bluegecko · 👁 41 Aufrufe
Dünen
„Inmitten der fernen Sanddünen von Hamasaka, habe ich wohl mein zutiefst einsames Ich wiedergefunden“.
Dieses Gedicht schrieb Takeo Arishima 1923 während eines Spazierganges in der Tottori-Dünenlandschaft, inmitten einer persönlichen Krise. Es machte aus einem bis dahin weitgehend unbeachteten Küstenabschnitt einen Ort von nationalem Interesse.
Die Tottori-Dünen sind die größten Küstendünen Japans und entstanden vor über 100000 Jahren durch ein Zusammenspiel von Erosion, Flussablagerungen und Meereswinden.
Heute steht die Dünenlandschaft unter Schutz. Regelmässig werden invasive Gräser entfernt, um die Verlandung zu verhindern.
Daitai Sakyū だいたい砂丘 (Mostly Dunes)
Mostly Dunes.("Meistens Dünen") lebt vom Gegensatz zwischen Leere und Bewegung. Zu Beginn gleitet die Kamera über die stillen Dünen von Tottori. Ein einsames Fagott trägt eine ruhige, leicht fremdartige und sehnsüchtige Melodie. Darunter bewegen sich vier Hörner und eine leise Tuba in langsamen, wellenartigen Flächen und geben dem Solo etwas Weites und Schwebendes. Diese Stimmung nimmt auch die melancholische Seite der Dünen auf – jene Einsamkeit, die Takeo Arishima in seinem Gedicht beschrieben hat.
Dann der Schnitt: Plötzlich sind da Menschen, die über die Dünen steigen, und auch die Musik kippt in eine völlig andere Welt. Unregelmässige 7/8- und 8/8-Takte wechseln beinahe von Takt zu Takt, Holzbläser setzen kurze, trockene Akzente, während die Hammondorgel in schnellen Achtelfiguren darüberwirbelt. Für diesen zweiten Teil habe ich mich von der rhythmischen Energie von DOMi & JD BECK und Tigran Hamasyan inspirieren lassen.
So werden aus den stillen Dünen für einen Moment ziemlich lebendige Dünen.
Das Sandmuseum
Begleitet wird der Ort von einem Sandmuseum, das wechselnde Ausstellungen zu Themenbereichen zeigt.
Die derzeitige Ausstellung ist den spanischen Künstlern gewidmet. Von Gaudi über Picasso bis Dalí - alles was Rang und Namen hat wird in imposanten riesigen Sandskulpturen zitiert.
Und… sogar einen Bluegecko haben wir gefunden 😉🤭
Kengo Kuma
… und zum Abschluss ein kurzer Besuch in diesem speziellen Bau. Der Architekt ist Kengo Kuma.


Kommentare
Einen Kommentar schreiben