Ab in die Berge - Ainokura

von bluegecko · 👁 10 Aufrufe

Betende Hände aus Stroh gegen die Schneemassen des “alpinen” Winters

Gasshō-zukuri (合掌造り)

Die historischen Häuser der Region besitzen extrem steile, dreieckige Strohdächer. Dies, um den schweren Schneemassen im Winter standzuhalten. Die Form erinnert an zum Gebet zusammengelegte Hände und gab den Häusern ihren Namen. Man findet diese Bauform in exemplarischer Ausführung noch in den UNESCO-Weltkulturerbedörfern Shirakawa-gō und Gokayama.

Während der langen Wintermonaten, wenn keine Feldarbeit möglich war, produzierten die Bewohner der Region Im Schutz dieser Dächer Washi Papier, Seide und Stickereien.

Als wir in Gokayama ankommen, beginnt es zu regnen. So flüchten wir als erstes in’s lokale Museum, das sich in einem “Gasshō-zukuri” am Dorfeingang befindet. Das Museum vermittelt in authentischer Athmosphäre interessante Fakten über die Bauweise der Häuser und das Leben der Bewohner. Der ideale Start unserer Erkundungsreise. Und ein wirklich athmosphärisches gelungenes Museum.

Eigentlich ist dieses Wetter ideal, um zu spüren, was so ein sicheres und schützendes Dach über dem Kopf an Wert besitzt, wenn man denn den Launen des Wetters ausgesetzt ist. Also Die heisse Soba-Suppe mit Tempura, die wir uns hier zum Mittagessen servieren lassen, schmeckt und wärmt nirgends so gut wie hier 😋

Shirakawa-go

Nach Gokayama, das ein eher kleines Dorf ist, wollen wir uns noch Shirakawa-go anschauen Diese Siedlung ist wesentlich grösser… und wird von vielen Touristen besucht. Als wir ankommen sind wir nicht die einzigen, die zum Dorf pilgern 😅

das hat jedoch, wie wir im Verlauf des Besuches merken, nicht nur “architektonische bzw. historische” Gründe…

Shinto-Fest mit “gesegnetem” Sake

Wir folgen dem Strom der Menschen, der magisch angezogen wird von einem Ort an dem Trommeln geschlagen werden. Der Klang kommt vom zentralen Schrein. Wir laufen an Ständen vorbei, die Spiesschen mit deftigem Fleisch grillen und feil halten. Eine Stimmung etwa wie auf einem Jahrmarkt. Dann, kurz vor dem Eingang zum Schrein, treffen wir auf einen roten und einen grünen Teufel und auf viele Offizielle in vollem traditionellem Ornat, die warten und die Menge an sich vorüber ziehen lassen.

Als wir Schluss endlich den Festplatz vor dem Schrein erreichen tanzt zum Klang der Trommeln, von der Menge umringt, gerade ein Drachentier (aus zwei verkleideten Menschen) um sein Leben…

Es gibt eine Ansprache und danach kommt Bewegung in die Menge. Die Leute bilden längliche Gassen und kramen aus ihren Taschen und Rucksäcken kleine rote Schalen hervor. Nun wird uns schlagartig klar warum beim Eingang an einem Tischchen ebendiese Schalen verkauft wurden - mit dem Hinweis versehen, dass der Tempel beim Erwerb einer Schale den nur hier produzierten Sake offeriere - Alles klar - Thierry stellt sich also schnell in die Schlange und erwirbt zwei dieser Schalen, damit auch wir in den Genuss der diesjährigen Degustation kommen können.

Nun haben die beiden Teufel und die “Offiziellen” ihren Auftritt. Es wird, begleitet von Flöten und Pfeifen, ein Topf auf den Platz getragen und dieser einer formellen Zeremonie unterzogen. Danach schwärmen in Jungen und Mädchen aus, um mit grossen Kannen alle Anwesenden (gerne auch mehrfach) mit der neuen Ernte zu bedienen.

Der Sake darf nur auf dem Festgelände getrunken werden.

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