Die schwebende Brücke, die in den Himmel führt.
von bluegecko · 👁 30 Aufrufe
Myiazu und Amanohashidate
Hier in Amanohashidate wollen wir ein weiteres Verkehrsmittel einsetzen; wir wollen Rad fahren. Nicht nur, dass sich die Nehrung von Amanohashidate wunderbar dazu eignet, auch Thierry’s Sportler-Waden sind schon lange massiv unterbeschäftigt. ;)
Die Nehrung ist die eigentliche Hauptattraktion von Amanohashidate. Sie gilt seit Jahrhunderten als eine der drei schönsten Landschaften Japans (Nihon Sankei) und bedeutet übersetzt so viel wie „Brücke zum Himmel“.
Die Nehrung ist relativ schmal. An ihrer schmalsten Stelle ist sie nur circa 20 Meter breit. Sie ist aus Sand aufgebaut und mit wunderschönen, skurril geformten Kiefern bewachsen. Diese bilden, zusammen mit dem hellen Sand und dem blauen Meer Ansichten, die dem japanischen Ideal von landschaftlicher Schönheit perfekt entsprechen.
Wir haben Glück. Das Wetter ist ideal und lässt auch bei unserem Besuch das Meer in allen Grün- und Blautönen erstrahlen. Die Nehrung präsentiert sich in bestem Licht.
Viewland - mehr als nur schauen
Die Tradition des Matanozoki:
Auf den Hügeln an beiden Enden befinden sich Aussichtsplattformen: “Amanohashidate Viewland” im Süden und der “Kasamatsu-Park” im Norden. Dreht man der Bucht den Rücken zu, beugt sich nach vorne und blickt kopfüber durch die eigenen Beine, sieht die Sandbank aus wie eine schwebende Brücke, die in den Himmel führt.

Um die Nehrung auch von oben sehen zu können, fahren wir mit einer “lustigen” 1-Sitz-Sesselbahn, - wir europäischen Langbeiner müssen an gewissen Passagen die Beine anheben, um nicht im Auffangnetz gerade darunter hängen zu bleiben 🤭,- zum „Viewland“ hoch. Dieser Aussichtspunkt ist nicht nur wegen der Sicht auf die Nehrung einen Besuch wert, sondern auch wegen all der japanischen “Popkultur- Einrichtungen”, welche die Aussichtsplattform zu einem wilden Aussichtsvergnügungspark machen, der “Akihabara” in Tokio alle Ehre macht. Von den obligaten Selfie-Spots über die Glücksring- Wurf Stationen zum Riesenrad, den Sightseeing-Bähnchen hoch in der Luft bis zu Eisdielen und mit künstlichem Rasenteppich unterlegten Kinderspielplätzen, ist alles da… in einer Optik, die an die Ausstattung des Films Barbie-World erinnert.
Ine
Nach der kontemplativen Spazierfahrt auf der Nehrung geben wir Gas und radeln circa 20 km der Küste entlang nach Ine.
Ine (伊根町) ist ein Fischerdorf am Ine-Bay. Kleine historische Fischerhäuser gruppieren sich im Halbrund um den Hafen. Die Häuschen haben gegen das Meer offene “Garagen” für die Boote und bilden ein malerisches Bild. Wir geniessen nicht nur das historische Ambiente sondern auch eine leckere Crèpe, offeriert von einem Stand, dessen 6 Esspläzte ideal am Wasser platziert sind. Diese kleine Bank gehört, zumindest für die Länge eines Crèpe-Essens ganz uns 😀! Der Ideale Platz um den Hafen zu geniessen.

Glücklich radeln wir danach wieder nach Myiazu - was für ein toller Tag.
Amanohashidate Jitensha Sanpo - 天橋立自転車散歩 (Fahrradspaziergang durch Amanohashidate)
Die Musette begleitet unsere Fahrradtour über die Nehrung von Amanohashidate und weiter bis ins Fischerdorf Ine. Akkordeon, Gitarre und Bass geben ihr den typischen Musette-Charakter, während Klarinette und kleine Flötengirlanden für zusätzliche Leichtigkeit sorgen.
Obwohl das Stück in Moll steht, ist seine Stimmung alles andere als traurig. Es nimmt vielmehr das Beschwingte des Fahrradfahrens auf: die gute Laune, das schöne Wetter, das Meer am Wegesrand und dieses seltene Gefühl, für einen Moment einfach unterwegs zu sein, ohne Eile und ohne Sorgen.
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