Kinosaki - die Kunst des Badens
von Monika · 👁 47 Aufrufe
Die Kunst des Badens
Kinosaki ist ein klassisches Onsen-Städtchen.
Wie in der Schweiz touristisch ausgerichtete Skiorte wie Zermatt oder Adelboden, die mit ihren verschiedenen Skipisten und Verpflegungsmöglichkeiten locken, so gibt es an der Westküste von Honshu die Badestädtchen. Diese bieten den Gästen mehrere Badehäuser, die die Heilquellen fassen und in schön gestaltete Badelandschaften verwandeln. Vom Wasserfall bis zur Höhlenlandschaft ist alles möglich. Der Besuch der öffentlichen Quellen ist bei einer Buchung im Ryokan meist inbegriffen. Wenn man es wünscht ebenso ein “Kaiseki” (ein mehrgängiges klassisch japanisches Abendessen, - serviert auf dem kleinen Tisch im eigenen Hotelzimmer- und, am folgenden Morgen, das Morgenessen mit Fisch und Krabben oder was das japanische Herz auch immer begehrt 😉
Das Baden in den Badehäusern läuft nach strengen Regeln und geschlechtergetrennt. Zuerst ganz entkleiden, danach auf kleinen Schemeln von Kopf bis Fuss einseifen und gründlichst wieder abspühlen. Keine Seife, keine Haare, keine Textilien dürfen in die mit Quellwasser gespeisten Naturbecken. Danach maximal bis zum Hals in die zwischen 40 und 42 Grad warmen Becken, nicht palavern, nicht spritzen, nicht untertauchen oder Haifisch spielen…. 😊einfach entspannen und kontemplieren…
Wer mag, klackert danach in Yukata und den japanischen Holzschuhen (Getas) gemütlich zum nächsten Onsen und lässt sich von neuen Badelandschaften überraschen. Die Gemeinde ermutigt die Gäste auch im Yukata zu shoppen oder Essen zu gehen. Bei regem Treiben entsteht so eine schöne, spezielle und klingenede allgegenwärtige Bade-Athmosphäre.
2. Tag: Eine moderate Wanderung mit 100% Steigung ;)
Wir verbringen zwei Tage in Kinosaki. Am zweiten Tag wandern wir über zwei Tempelanlagen auf den Hausberg von Kinosaki. Und während die Dame auf der Halbstation Halt macht und einen kleinen Buddha zeichnet, stürmt Thierry den Gipfel - auf der als “moderat” bezeichneten Wanderroute mit einer durchschnittlichen Steigung einer eng gestuften Treppe… 😅
Daishiyama e - 大師山へ (Hinauf zum Daishi-Berg)
Hinauf zum Daishi-Berg begleitet eine stille Wanderung hinauf zum Onsenji und weiter auf den Daishiyama. Das Wetter war perfekt, unterwegs waren nur wenige Menschen, und die Landschaft konnte sich ganz ohne Eile entfalten.
Die Musik folgt diesem ruhigen Tempo: ein weiches, gedämpftes Klavier, feine Pizzicati der Streicher und eine zurückhaltende Vibraphonmelodie begleiten die einzelnen Bilder fast wie langsame Atemzüge. Gegen Ende kommen hohe, lange Geigentöne hinzu und öffnen den Klang noch einmal. So bleibt das Stück bewusst schlicht und ruhig – wie die Wanderung selbst.
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