Zwei Langnasen auf dem Highway von Phonsavan

Wir sehen heute zwei beklemmende Ausstellungen zum Thema: Kriegsminen und deren verheerende Wirkung auch noch 40 Jahre nach Kriegsende und machen aus Monika eine Laotin.

Phonsavanh ist die neue Hauptstadt der Region Xieng Khouang, welche einen Teil seiner Grenze mit Vietnam teilt. Der Ho Chi Minh Pfad, eine militärische Versorgungsstrasse des Vietkongs während des Vietnamkrieges, führte über Xieng Khouan hinunter in den Süden. Dies bescherte der Region einen irrwitzigen amerikanischen Bombenhagel über mehrere Jahre. Noch 40 Jahre nach dem Abwurf von Millionen mörderischer Geschosse verhindern die herumliegenden Blindgänger die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Sogenannte UXO (UneXploded Ordnance) töten oder verletzen jährlich unzählige Bauern, Bauarbeiter und Kinder, die während der Abeit oder dem Spiel auf die noch voll funktionsfähigen Bomben stossen. (Nur circa 70% der abgeworfenen Bomben explodierte wie vorgesehen. 30% liegt als todbringender Kriegsmüll in der Erde). Kriegsschrott und Bombenteile sind in vielen Dörfern Teil des Alltages, da sie entweder mit hohem Risiko als Altmetall gesammelt und verkauft, oder zum Bau von Futterkrippen, Abgrenzungen oder Stützpfeilern verwendet werden.

An unserem ersten Tag in Phonsavan erkunden wir zuerst die Stadt. Wir geniessen es, dass diese Stadt weniger auf Touristen ausgerichtet ist und uns ein authentischeres Bild laotischen Alltags zeigt. Wir besuchen dass MAG (Mine Advisory Group) und das UXO Information Centre. Zwei Informationsstellen in der Stadt, welche einerseits über die Aktivitäten zur systematischen Säuberung des Landes von UXO's Auskunft geben, andererseits über die Bestrebungen UXO-Opfer zu helfen. Was wir lesen und hören trifft uns tief. Einmal mehr stehen wir ohnmächtig und wütend vor der Dummheit von Machthabern, die ihre Streitigkeiten auf den Köpfen unschuldiger Zivilbevölkerung austragen und damit Schaden verursacht, der noch 40(!) Jahre nach Kriegsende bei weitem nicht behoben ist. Es bleibt uns nichts anderes als mit einer kleinen Spende zu versuchen, die Organisationen zu unterstützen, die das entstandenen Leid zu lindern suchen.

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Als uns der Hunger plagt, kehren wir in einem Restaurant ein. Thierry ist weiterhin der laotischen Küche treu und bestellt Reis mit Rindfleisch und Gemüse. Monika braucht dringend einen westlichen "Break" und bestellt (übrigens sensationell gute, da selten bestellte und somit frisch hergestellte) Pommes Frites. Zur Abrundung denken wir, dass Kaffee und Tee uns gut tun könnten. Was da jedoch an bitterbraunem Gebräu serviert wird, ist sogar für Thierry, der den Kaffee normalerweise pur schwarz geniesst, unmöglich zu trinken; auch mit Zucker, auch mit Verdünnung von nachgeliefertem warmem Wasser. Die Besitzerin sieht unser Leid und schenkt uns mit einem Lachen zwei Bananen zum Abschied.

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Zweitens organisieren wir für Monika einen Sarong (traditioneller Rock der Laotinnen). Wir schlagen uns mittels Zeichensprache auf dem örtlichen Markt durch, feilschen um den Stoff, gehen auf die Suche nach einer Schneiderin und versuchen dieser unser Anliegen klar zu machen... Warum wir einen Sarong benötigen, könnt ihr auf dem nächsten Blog-Eintrag lesen.

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