Reise nach Phonsavanh

Gestern gab es das Cocktail, heute den Schüttelbecher dazu. Wir fahren mit dem Bus in die Provinz Xiang Khoang, erleben den gelassenen Einsatz der Polizei und kennen nun alle unsere kleinsten Rücken- und Gesässmuskeln.

Heute verabschieden wir uns von Luang Prabang und reisen weiter in den Westen nach Phonsavan, in die Ebene der Tonkrüge. Der Busfahrplan verspricht für die circa 270 km ein Zeitfenster von 7h. Die Reise führt über bewaldete Höhen, Bergkuppen und Pässe. Unser Schüttelbecher fährt uns hinauf und hinunter, wir bewältigen hunderte von Serpentinen, durchqueren keinen einzigen Tunnel, holpern über unendlich viele Schlaglöcher und werden belohnt mit fantastischen Ausblicken über die unverbauten Hügelzüge.

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Nach circa zwei Stunden Fahrt machen wir an einer Verpflegungsstation "in the middle of nowhere" einen Stop. Dieser Pipihalt weitet sich zu einer einstündigen Fahrtunterbrechung aus, da eine spanische Touristin wie von einer Furie gestochen mit schnaubenden Nüstern und eingestemmten Armen auf dem Parkplatz herumrennt und nach der Polizei verlangt. Nach mehreren ratlosen Minuten stellt sich heraus, dass ein Betrag von 1'000'000 Kip (ca. 125 sFr.) während der Busfahrt abhanden gekommen sein soll. Weitere 20 Minuten verstreichen bis drei laotische Polizisten auf der Raststätte erscheinen. Diese scheinen sich über das Vorgehen bei derartigen Vorfällen recht wenig im Klaren zu sein. Es wird hin- und her- beraten, ein- und ausgestiegen, telefoniert und besprochen, immer und immerwieder der Tathergang erfasst. Schliesslich werden alle Passagiere zum Einsteigen in den Bus aufgefordert und das Porte-Monnaie eines der laotischen Mitreisenden wird gefilzt: Nichts. Der langen Rede kurzer Sinn: eine Stunde Verspätung bei mittäglicher Hitze.

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Nach 6 weiteren Stunden Schüttelbecher ändert sich plötzlich das Landschaftsbild. Wir kommen in eine fruchtbare Hochebene. Hellgrüne Reisfelder erstrecken sich zwischen sanften Erhebungen, Kühe, welche auf der Fahrbahn herum wandeln. Die schilfgedeckten "Hmong" Siedlungen werden nun abgelöst von vielen neueren Gebäuden aus Backsteinen. Es gibt viele Baustellen. Die Region scheint im Umbruch.

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Nach einer circa 10- stündigen Reise erreichen wir unser neues Heim auf Zeit: Das "Auberge de la Plaine des Jarres". Dieses Hotel liegt auf einem Hügel leicht ausserhalb der Stadt, bietet eine bezaubernde Sicht über die Stadt und die Ebene, einen kleinen Garten zur Erholung und einzelne Bungalows für die Gästezimmer.

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Phonsavan wird im Führer folgendermassen beschrieben: "Die Stadt selbst wirkt unfertig und erstreckt sich zersiedelt an ihren beiden Hauptstrassen, die sich parallel zueinander auf einer Länge von 3 km von Ost nach West erstrecken." Also eine nicht gerade vielversprechende Beschreibung. Für uns wird der Ort jedoch zum Ausgangspunkt einer der High-Lights unserer bisherigen Reise. Also weiterlesen...

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