Mit dem Fahrrad unterwegs - Teil 3

Was die Übergangsregierung der Vereinten Nationen in Kambodscha mit einem Barista in Battambang gemeinsam haben, was man mit Reis, Bananen und Fisch alles herstellen kann und wie Strassenkinder zu Zirkusartisten werden!

Dritter Tag

Die Welt der kambodschanischen Kleinbetriebe und eine Begegnung mit dem Sieger des nationalen Barista Contests.

Am dritten Tag erkunden wir per Bike die Region um Battambang. Unser Bike-Team wird ergänzt durch den Vertreter des lokalen Touranbieters "Soksabike"*. Sein Name ist Untac, die Abkürzung für "United Nations Transitional Authority Cambodia". Dies war der Name der von den vereinten Nationen eingesetzten Übergangsregierung in den Jahren 1992/93. Eine typische Art in Südostasien geschichtliche Vorkommnisse zu würdigen!

Unsere Tour führt uns zu verschiedenen lokalen Gewerben wie Reispapier-Herstellung, getrocknete Bananenscheibchen, Reiswein, Krokodilfarm, Fischpaste, Sticky Rice im Bambusrohr und wir kosten frische Früchte in einem typischen Khmer Haus. Während dieser lockeren Degustationsrunde stellt sich heraus, das Untac nur nebenberuflich als Guide tätig ist. Eigentlich ist er Student (Nuklearingenieur - das gab ein interessantes Gesprächsthema wenn man die Bestrebungen in Teilen Europas kennt...) und hat ein spannendes Hobby: er ist nämlich passionierter "Barista". Mit seiner eigenwilligen Kaffee-Kreation "Street Latte" gewinnt er den nationalen Barista-Wettbewerb 2012 und trägt die Goldmedaille in seine Heimatstadt Battambang. Inspiriert von der Streetfood-Küche der Khmer, vereint sein Signatur Coffee den Geschmack von Arabica mit Zuckerrohr und einem Hauch von Orange. Spontan beschliessen wir, die Tour im Cafe von SoksaBike ausklingen zu lassen, da Unta uns in dieser Lokalität seinen Kaffee kredenzen kann. So geniessen wir zum Abschluss also noch einen Hauch von kambodschanischer Italianità.

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Vielen Dank an Cham und Untac für die tolle Tour und einen guten Platz in der nächsten Siem Reap Biking Race!

*Bemerkung am Rande: Das Geld, das wir für die Tour bezahlt haben, kommt bei Soksabike zum grössten Teil den Menschen zu, deren Betriebe wir besichtigen dürfen. Diese leben zum Teil in bitterster Armut und wir können so einen direkten Beitrag zur Verbesserung ihres Einkommens leisten.

Am Abend besuchen wir noch eine spezielle "Zirkusvorstellung" der Kunstschule "Phare Ponleu Selpak". Die Schule wurde nach der Schreckensherrschaft der Khmer Rouge von Künstlern gegründet, welche aus dem Exil in ihre Heimatstatt zurückkehrten. Die Schule versuchte traumatisierten (heute unterprivilegierten) Kindern eine Kunstausbildung zu vermitteln und ihnen so über die schrecklichen Erlebnisse hinwegzuhelfen bzw. eine Zukunft zu geben. Die Schule umfasst heute drei Teilbereiche: Visuelle Kunst, Musik, Theater/Akrobatik. Die Vorstellung der Jungen Akrobaten überzeugt und die Umsetzung ist absolut professionell.

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