Mit dem Fahrrad unterwegs - Teil 2

Schwimmende Hochhäuser und was man aus Erde so alles formen kann.

An diesem Morgen besuchen wir zuerst ein "floating village" auf dem Tonle Sap. Mit einem kambodschanischen Fischerboot gleiten wir gemächlich durch die beschaulichen Wasserstrassen des Dorfes: Eine Welt wie aus einem Fantasie-Film! Es gibt zweierlei Sorten von Häusern, die von zwei verschiedenen Nationalitäten bewohnt werden. Da sind einerseits die Bauten der kambodschanischen Familien, die hoch über dem Wasser auf Stelzen ruhen und so den jahreszeitlichen Wasserstandsschwankungen trotzen. Einzelne Häuser schweben sicher zehn Meter über dem Wasser und sehen aus wie vorgeschichtliche Hochhäuser. Dann gibt es die eigentlichen Boothäuser oder Hausboote, der vietnamesischen Dorfbewohner, die einen fixen Ankerplatz im Dorf haben aber sich automatisch dem jeweiligen Wasserstand anpassen. Die meisten Vietnamesen sind Flüchtlinge, die hier (illegal) wohnen und deswegen keinen "festen" Wohnitz haben dürfen. Auf dieser Schiffahrt treffen wir auf lustige Wassergefährte (z.B. das kleine Mädchen, dass sich einfach in einen Kochtopf setzt, um schnell um das Haus zu paddeln), wir sehen, was die Dorfbewohner so alles an Tätigkeiten verrichten, wir umschiffen neben den privaten Häusern auch den Dorfladen oder die Dorfschule, in der es nur so von Kindern wimmelt, die einen Heidenlärm veranstalten.

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Nach diesem tollen Erlebnis schwingen wir uns wieder auf die Bikes und machen eine Fahrt, die uns über kleine, angenehm schattige Überlandstrassen führt. Wir besuchen drei lokale Kleinst-Betriebe, welche die Tonerde der Region verarbeiten. Auf diesem Ausflug erfahren wir viel Interessantes über die Herstellung von kleinen tönernen Kochstellen und Spar-Elefanten und erhalten Gelegenheit uns in einem ländlichen "Minishop" mit Kochgeschirr oder anderen günstigen Tonwaren einzudecken. Diese Gelegenheit lassen sich Cham und unser Fahrer natürlich nicht entgehen. Sie betreiben eifrig Shopping für den heimischen Herd. Unsere Möglichkeiten diesbezüglich sind, der Kapazität unserer Rucksäcke wegen, natürlich bedeutend mehr Grenzen gesetzt.

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Am Nachmittag "transferieren wir" circa 100 km (angenehm klimatisiert aber ziemlich holprig) nach Battambang. Nach unserer Ankunft besuchen wir als Erstes gleich den "Bamboo Train". Während der Herrschaft der Franzosen wurden zwischen 1932 und 1942 zwei Zugstrecken (Spurbreite 1m) in Kambodscha gebaut, mit einer totalen Länge von ca. 612 km. Auf Grund des Krieges und des sehr schlechten Unterhalts, wurde der gesamte Zugsverkehr 2009 eingestellt. Zur Zeit sind Renovationsarbeiten im Gange. Geplant ist eine Wiederaufnahme der Zugsverbindungen 2014. Auf einem kleinen Teilstück bei Battambang verkehrt jedoch ein ganz originelles Transportmittel: Der Bamboo Train (auch "Nori" vom Engl. "Lorry"). Bamboo-Train meint nicht viel mehr als zwei Achsen mit Rädern, die auf die Schiene gestellt werden, darüber eine Fläche aus Bambusrohren. Angetrieben wird das Gefährt durch einen Benzinmotor, der auf die Bambusfläche gestellt wird und über einen Kautschuk-Keilriemen die Hinterachse in Bewegung setzt. Keine Bremse, keine Kupplung! Eine Schienenführung, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt! Zwar macht der "Zug" einen Heidenlärm und rüttelt und schüttelt gewaltig, aber er hüpft zuverlässig über die abenteuerlichsten Lücken im Schienenstrang. Begegnet man einem entgegenkommenden Fahrzeug, wird das gesamte Konstrukt einfach von den Schienen gehoben (Zuerst der Motor, dann die Sitzfläche und zum Schluss die Räder). Die Vortrittsregel ist ganz einfach: Das Fahrzeug mit dem geringeren Gewicht (sprich:weniger Langnasen oder Material an Bord) muss Platz machen. Bei Gleichstand wird freundlich ausgehandelt.

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