Miss Saigon

Wir entdecken zu Fuss die Strassen von Saigon - wir haben noch den Staub in den Lungen, die Bilder eines unsinnigen Krieges im Kopf und sehen die chinesische Seite der vietnamesischen Stadt.

3 Tage in Ho Chi Minh City

Ho Chi Minh City, ehemals Saigon, hat eine wechselhafte Geschichte. Viele ihrer Strassen erhielten immer wieder neue Namen, je nach den Launen der jeweiligen politischen Machthaber. Ho Chi MInh City (oder kurz HCMC) ist heute die grösste Stadt Vietnams und ein kraftvoller Motor der vietnamesischen Wirtschaft. Die Stadt ist voller ständig pulsierender, frenetischer Energie... Neue Hochhäuser und schicke Konsumtempel schiessen aus dem Boden, abertausende von Motorrollern fliessen wie Blut durch die Adern der Stadt und bringen unter ständigem Dröhnen Menschen und Waren bis in die schmalsten Gassen der Quartiere und Märkte. HCMC ist wohl nicht die schönste aller vietnamesischen Städte, scheint aber eine der frechsten Gören des Landes zu sein.

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Wir erwandern HCMC in drei Tagen. Dabei bekommen wir einen mittleren Gehörschaden, Staublungen, überreizte Augen, wenig Schlaf... doch mit jeder abenteuerlichen Strassenüberquerung wächst die Freude daran, sich von den Motorrollern umfliessen zu lassen und so Teil dieses stetigen Flusses zu werden, der (man liebt es oder man hasst es), einen grossen Teil der Faszination dieser Stadt ausmacht.

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In der Folge ein paar Bilder unseres ersten Stadtrundganges, der uns auf den Spuren des historischen Saigons, HCMC's modernes Gesicht erschliesst.

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files/Bilder/SOA2012/121126-13.jpgfiles/Bilder/SOA2012/121126-14.jpgAn vielen Plätzen, Gebäuden und Plakatwänden Vietnams ist die kommunistische Partei mit Parolen, Propaganda oder dem Porträt von HoCHiMinh präsent. Ebenso spürt man ein staatlich einheitlich organisiertes Gestaltungskonzept in vielen Blumenrabatten, Parkanlagen und natürlich über die Präsenz der Polizei.

Den zweiten Tag widmen wir nun der Besichtigung zweier nicht ganz propagandafreien wichtigen Stätten von HCMC. Zuerst besuchen wir die Ausstellungen des "War Remnants Museum". Dieses beherbergt eine beklemmende Foto-Ausstellung zu den Opfern des Vietnamkrieges und eine eindrückliche Sammlung des amerikanischen Waffenarsenals (inkl. der Flugzeuge und Panzer), welche das gezeigte Leid erzeugte. Das Bildmaterial ist eindrücklich, ist jedoch so arrangiert und ausgewählt, dass keine objektivere Sicht/Information vermittelt wird. Wir sind betroffen durch das Ausmass und die Grausamkeit des Krieges gegen Vietnam, jedoch auch verärgert über die Einseitigkeit des Ausstellungskonzeptes.

Danach statten wir dem Wiedervereinigungspalast einen Besuch ab. Der monumentale Bau ist ein tolles Beispiel luftiger 60-er Jahre Architektur und ist ein nationales Symbol des Sieges und der Einheit des vietnamesichen Volkes. Die Reduktion der Ausstattung auf die funktionale Möblierung strahlt in einigen Räumen etwas fast Gespenstisches aus. Die Kommandozentrale für den Kriegsfall im Keller des Gebäudes lässt 007 vor Neid erblassen.

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Der dritte Tag führt uns dann in den sogenannten Cholon. Einen Stadtteil, der vor der sozialistischen Machtübernahme eine Hochburg chinesischer Handelsleute war. Heute ist der ursprüngliche Charakter des Chinesenviertels nur noch an wenigen Stellen lebendig. Trotzdem ist sowohl in der Achitektur, als auch im Warenangebot und in den noch vorhandenen chinesischen Beschriftungen die Historie des Viertels spürbar. Wir tauchen in die engen Gassen eines Mercerie-Marktes ein und besichtigen die Hallen des Binh Thy Marktes. Völlig erschöpft von der Hitze und den Abgasen, lassen wir uns zum Abschluss unseres Rundganges per klimatisiertem Taxi von einem "Original an Taxifahrer" noch zur Pagode des Jadekaisers bringen.

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Zum Abschluss des Berichtes noch ein Bild von Thierry's Füssen, mit dem Staub der Strassen Saigons ;-)

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