Linksverkehr mit Elefanten

Heute haben wir das UNESCO Welterbe in Ayutthaya besucht: Nebst vielen Falschfahrern sahen wir auch Dickhäuter, Ruinen und wurden (fast) warm geduscht.

Ah...endlich eine Nacht ohne Strassenlärm. Nur das Quaken der Frösche vom Lotusteich, ein Zirpen, das nach Grillen klingt und irgendwelche seltsamen Geräusche von Tieren aus dem Mangrovenwäldchen...giugiugiugiugiu.....Super wir schlafen wieder! Heute morgen regnet es...und zwar in Schüben, so, als ob jemand die Dusche mit maximaler Kraft aufdreht. Ein Monsun von China herkommend streift das Land. Der Raum, in dem wir unser Frühstück bekommen, ist halboffen und es ist schön, so gemütlich dazusitzen und dem Regen zuzusehen, der in Strömen vom Dach rauscht. Gegen Mittag beginnt es abzutrocknen. So können wir uns auf zwei gemietete Fahrräder schwingen und die geplante Erkundungstour durch die Ruinen beginnen.

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Doch aufgepasst, alle fahren auf der falschen Strassenseite...ah nein, es ist Linksverkehr. Das Unesco Welterbe Ayutthaya ist eigentlich eine Insel, da die Stadt von Flüssen umgeben ist. Im Zentrum der Insel befinden sich die Ruinen vieler Tempelanlagen. Ayutthaya war die Hauptstadt des Königreichs Siam zwischen 1350 und 1767, bis die Birmanen das Land eroberten und die Stadt völlig zerstörten. Die Geschichte wiederholt sich immer wieder... Wir haben uns vorgenommen, eine der Tempelanlagen etwas genauer anzuschauen und uns mit einem Audioguide vor Ort vertiefende Informationen geben zu lassen. Unsere Wahl fällt auf den Tempel Wat Maha That. Eine der wichtigsten Anlagen zu ihrer Blütezeit, die nach dem Vorbild von Angkor What in Kambodscha gestaltet wurde. (Vielleicht führt uns unsere Tour auch noch dorthin?). Den Guide am Ohr streifen wir durch die imposante Anlage und versuchen uns mit Hilfe der Zusatzinformationen vorzustellen, wie sich das Leben im Tempel wohl abgespielt hat. Dies gelingt auch ganz gut, da die Informationen sehr gut aufgearbeitet sind. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Die Texte sind mit sinnvollen Klängen unterlegt und wenn man will, kann man sich ergänzende Informationen von Beobachtern aus der Zeit vorlesen lassen. So erfahren wir viel über die Funktion der verschiedenen Räume, über das Leben im Tempel, über prachtvolle Paraden in prunkvollen Roben, über einen Aufmarsch von 150 Elefanten, 1000 Soldaten und devoten Gefolgsleuten im Geleit des Königs anlässlich einer jährlich stattfindenden Prozession. An diesem Tag erhielten alle Mönche und Novizen jeweils neue Roben, vom König gespendet.

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Einige der anderen Anlagen nehmen wir auf unserer Velotour nur von Aussen in Augenschein. Die fahrt führt uns durch verschiedenste Strassen und Gassen Ayutthayas und verschafft uns neben den grossartigen Ausblicken auf die Tempel, viele Einblicke in das Alltagsleben der Bewohner. Und dann ganz unerwartet, sehen wir das erste Mal Elefanten von Nahe. Wir sind begeistert von ihren geschmeidigen und harmonischen Bewegungen in Slow Motion. Pft, pft, pft, pft...ein Geräusch wie wenn jemand sanft über ein Kissen streicht entsteht, wenn ihre Füsse auf der Strasse aufsetzen.

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Unser Wagemut auf Fahrrädern kennt keine Grenzen und wir verlassen die Insel über eine Brücke um den Tempel "Wat Chaiwatthanaram" anzuschauen. Das Wetter macht uns ein wenig Sorgen, da der Himmel schon bedrohlich schwarz und regenreich aussieht. leider ist der Wat Chaiwatthanaram wegen Renovationsarbeiten geschlossen, jedoch bietet sich uns ein imposanter Anblick:

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Kaum haben wir ein Foto gemacht, beginnt es auch schon aus allen Kübeln zu giessen. Zusammen mit drei Hunden und zwei Thais suchen wir Schutz unter einem kleinen Holzdach. Nach einer Viertelstunde ist der Spuk vorbei, wir springen in die Sättel, fahren 5 Minuten... und wieder lassen die Götter einen Platzregen runterfallen... Wir erreichen dann dennoch unser Guesthouse trockenen Pedals und essen in einer nahe gelegenen Garküche für 145 Baht (ca. 4.50 CHF) Fischsuppe, fritierte Hackebällchen und Schweinsrippen. Dies alles natürlich mit Reis serviert und einem sehr grossen Bier.

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