Die tapferen Schneiderlein von Hoi An
Wir haben Ha Noi gesehen, nun sehen wir Hoi An. Wir entdecken eine interessante Mischung einer vietnamesisch-sinojapanischer Architektur, sehen viele tapfere Schneiderlein und viel, viel Seide.
"Hello you! Where are you from? Want to buy something new?" - Hoi An ein wunderschöne und atmosphärische Stadt.

Hoi An hat eine faszinierende Geschichte: Der Hafen war lange einer der wichtigsten Umschlagsplätze für Seide. Zum Glück für Hoi Ans kulturelles Erbe versandete der Thu-Bon Fluss am Ende des 20.Jhds., so dass die grossen Handelsschiffe den Hafen nicht mehr erreichen konnten. Dies nahm Hoi An zwar seine wirtschaftliche Bedeutung als Handelshafen, verhinderte aber gleichzeitig, das die alten chinesisch-japanisch beeinflussten Handelshäuser, Lagerbauten und Versammlungshallen moderner Technik und Verkehr weichen mussten. Zudem wurde Hoi Ans Altstadt von den Bomben des Vietnamkrieges verschont. Die Stadt ist deshalb in ihrem historischen Gewand erhalten. Von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt, wird die Altstadt heute geschützt und zu bestimmten Zeiten für den motorisierten Verkehr gesperrt. Dies gibt den Besuchern heute die Möglichkeit zu erahnen, wie die Welt damals tickte.






Aber Hoi An ist nicht nur ein historisches Juwel. Die Stadt gilt auch als kulinarisches Mekka der vietnamesichen (und unterdessen auch der westlichen) Küche. Denn seit der Tourismus Hoi An entdeckt hat, fliessen neue Devisen in die Stadt und lassen ständig neue Kaffehäuser und Restaurants entstehen. (Diejenigen, die wir während unserer Zeit hier getestet haben waren auf jedenfall eindeutige Spitzenklasse!)
Die ursprünglichen, für den Handel konzipierten Häuser des Hafengebietes, wurden wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung zugeführt und sind erneut mit Waren bis unters Dach gefüllt. Diesmal werden die schmalen und relativ kleinen Handelshäuser jedoch nicht mehr durch den Strom der Händler aus China und dem Abendland besucht, sondern von hunderten von Touristen aus aller Welt. Angeboten werden Seidenlaternen, massgeschneiderte Schuhe und Kleider, Holzschnitzereien, Stickereien, Blumen, frische Lebensmittel, Kaffee, folkloristische Kultur...











Die Altstadt von Hoi An hat eine stimmungsvolle, harmonische und gleichzeitig geschäftige Atmosphäre. Durch die vielen kleinen Altäre zur Ahnenverehrung riecht es an vielen Orten wunderbar nach Räucherestäbchen. Alles lässt sich bequem zu Fuss erreichen... und wer sich hier nicht zum Einkaufen verleiten lässt, ist definitiv ein rein spirituelles Wesen.
"Handeln", das lässt uns dieser Ort erahnen, ist eine urvietnamesische Tugend. Schon die kleinen Kinder scheinen dieses Verlangen mit der Muttermilch einzusaugen. Viele der Strassenhändler sind verkaufspsychologische Experten und analysieren jeden Blick, jeden zögerlichen Schritt, kein noch so kleines Interesse entgeht den hundert Argusaugen. "Madam Sir...Please come in, want to buy something, Madam, Sir?". Nun auf lange Dauer kann dies (zumindest für uns) auch sehr anstrengend sein, da man durch ständiges Abwimmeln und zeigen von Desinteresse gar nicht dazu kommt, sich wirklich mit der ausgelegten Ware auseinander zu setzen. Vielleicht läuft jedoch einfach diese Art des Anbietens nur unserem westlichen Verständnis des Einkaufens zuwider?
Also, dann Mal los, wir lassen uns einen Tag lang durch die Gassen treiben, schalten einen ausgiebigen Shopping Tag ein. Denn schliesslich wollen wir diese Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen lassen. Wir, soviel sei an dieser Stelle verraten, sind vor allem angezogen durch die Idee, dass man sich in Hoi An, für einen verrnünftigen Preis, die eigenen Ideen auf den Leib schneidern lassen kann...