Auf Erkundung in Kambodschas Hauptstadt
Eine ruhige Busfahrt nach Phnom Penh, wieder einmal gutes Essen (da kann man sich ja daran gewöhnen), ein wunderschönes Museum voller Buddhas, Shivas, Vishnus, Garudas, Ganesh usw. und eine Ausstellung die wir nicht sehen wollen.
Gestern sind wir von HCMC (Vietnam) mit einem Tages-Bus in sechs Stunden hierher nach Phnom Penh, in die Hauptstadt von Kambodscha gereist. Die Fahrt war problemlos, pünktlich, und auf einer komfortablen Strasse, - hmm, fast schon etwas langweilig ;-) - Auch am Zoll ergaben sich keine Schwierigkeiten, da das Busunternehmen sich um die Abwicklung der Formalitäten kümmerte. Wir müssen uns am kambodschanischen Schalter mit Porträt-Bild und Fingerabdruck-Scan erfassen lassen, dafür erhalten wir im Gegenzug die Einreisegenehmigung. Unsere restlichen Dongs wechseln wir in US-Dollar und erwerben gleichzeitig einige kambodschanische "Riel". (In Kambodscha wird der US-Dollar als "offizielle" Schattenwährung geführt.).
Als wir Phnom Pennh erreichen, verfolgen wir auf der GPS-Navigation des iPhones das Vorankommen unseres Busses. Sobald wir feststellen, dass dessen Route nur wenige Häuserblocks von unserem Hotel entfernt verläuft, "erschnorren" wir uns (wie echte Einheimische) einen Privatstopp beim Buschauffeur. So gelangen wir bequem und ohne Umweg über die Endhaltestelle direkt in unser neues zu Hause: Das Hotel "Anise" in der 278-igsten Strasse. (Ein interessantes Detail am Rande: Phnom Penhs Strassen folgen in weiten Teilen einem rechtwinkligen Grundmuster und sind, wie in Manhatten, fortlaufend durchnummeriert.).
Nun verbringen wir zwei Tage in Phnom Penh, das von den Roten Khmer in den 70-er Jahren zur Geisterstadt gemacht wurde. Heute erholt sich die Hauptstadt Kambodschas langsam von diesem kulturellen Tiefschlag und menschlicher Tragödie. Viele der verkommenen Jahrhundertwende-Bauten werden restauriert. Es gibt unterdessen wieder eine stattliche Anzahl von Cafés und Restaurants, die ausgezeichnete Khmer- oder auch französische Küche servieren.
Unser erster Kontakt mit kambodschanischer Küche, ist am Abend unserer Ankunft im "Khmer Surin". Ein einschlagender Erfolg! Im Geschmacksspektrum fühlen wir eine Verwandtschaft mit der thailändischen Küche. Süsse, saure, salzige und scharfe Noten finden ein Zusammenspiel in sämigen Gerichten. Überhaupt erinnern uns viele Götterstatuen, Tempelanlagen und Umgangsformen an Dinge, die wir auch in Thailand gesehen haben.



Obwohl in vielen Reiseberichten der chaotische Verkehr der Stadt beschrieben wird, erscheint uns das Verkehrsaufkommen eigentlich recht überschaubar. Vor allem hat die Stadt viele äusserst grosszügige Boulevards und Strassen. Die Verkehrsteilnehmer (wir sehen hier auch wieder vermehrt private Autos) fahren meistens etwas weniger forsch als die Vietnamesen, und die Hupe kommt wesentlich seltener zum Einsatz. Tja, nach unserer ausgiebigen Begegnung mit dem irren Verkehr in HCMC, mag unsere Reizschwelle jetzt wohl etwas höher liegen.



Wieder sind wir zur Erkundung der Stadt vorwiegend zu Fuss unterwegs. Die Grösse des Zentrums lässt dies auch prima zu. Wir schauen beim Königspalast vorbei, sehen uns die Markthalle an, gehen verzweifelt auf die Suche nach dem tollen vietnamesischen Kaffee, den wir schon jetzt vermissen, und sehen uns die Sammlung des Nationalmuseums an. Die Ausstellung ist ein Highlight. Sie beherbergt eine einzigartige Sammlung von bronzenen und steinernen Khmer-Skulpturen. Vier, gegen den begrünten Hof offene Pavillons, bieten den idealen Rahmen, um im Duft von Blüten und umschmeichelt von einer kühlen Brise, die ruhigen und anmutigen Figuren zu bestaunen. Zeigen können wir euch hier leider nichts davon, da das Fotografieren im Innern des Museums verboten ist. Als Platzhalter hier zwei Bilder einer Tempelanlage in der Nähe des Museums:


Phnom Penhs traurig berühmte "Killing Fields" haben wir nach all den erschütternden Eindrücken in Laos und Vietnam aus dem Besichtigunsprogramm gestrichen. Wir verbringen dafür Thierrys Geburtstag (Vielen Dank für die lieben Nachrichten!) mit Lesen, relaxen und feinem Abendessen. Schliesslich müssen wir Kräfte sammeln, denn wir haben vor, den Tonle Sap entlang nach Battambang zu biken...
