A Slow Boat To Laos

Wir bewegen uns doch! In Anlehnung an den Pop-Standard "A Slow Boat To China" machen wir eine 3-tägige Reise ins Land der Millionen Elefanten und werden unverhofft zu Millionären!

Heute verabschieden wir uns vom "White House" in Chiang Mai und beginnen eine dreitägige Reise nach Luang Prabang, einer ca. 70'000 Einwohner zählenden Stadt in Laos. Luang Prabang gilt als eines der faszinierendsten Reiseziele in Südostasien. Dies jedoch nicht wegen ihrer herausragenden Sehenswürdigkeiten, sondern wegen eines unergründlichen berauschenden Charmes, der die Stadt durchziehen soll. Ob dieser Charme auch uns erfasst, werden wir sicher in einem nächsten Beitrag verraten. Jetzt aber zuerst einige Eindrücke unserer Reise zu Land und zu Wasser, via Kleinbus, Pickup und Slow-Boat. Diese Reise haben wir über einen der vielen Reiseveranstalter in Chiang Mai gebucht.

ErsterTag: Reise nach Chiang Khong

Die erste Station der Reise ist die thailändische Grenzstadt Chiang Khong. Dahin gelangen wir, zusammen mit 12 anderen Backpackern, in einem bis unter das Dach gefüllten, aber recht bequemen und (bei den Temperaturen immer wichtig) klimatisierten Kleinbus.

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Der Fahrer drückt ganz schön auf die Tube, überholt locker über zweifach ausgezogene Mittellinien, hupt Motorroller zur Seite und setzt mit Genuss die Achsen seines Rennbusses immer wieder diversen Kurven-Belastungstests aus. Wenig ist zu spüren von asiatischer Gelassenheit, dafür aber ist der Fahrer "eins" mit seinem Werkzeug, das er, auch während er telefoniert, locker und ohne anzubremsen um die Schlaglöcher herum manövriert. Nun, gelegentlich etwas weniger locker scheinen hier die Passagiere zu sein - mögliche Szenarien sind an den Augen ab zu lesen...

Etwa auf halbem Weg machen wir einen 30-minütigen Zwischenstopp am "Wat Rongkhun". Diese, in weissem Kleid erstrahlende Tempelanlage, ist das Lebenswerk eines zeitgenössischen thailändischen Künstlers, der noch immer damit beschäftigt ist, den weiteren Ausbau des eigenwilligen Baus voranzutreiben. Das Äussere der Anlage ist beeindruckend, jedoch ist die Stimmung im Innern des Tempels irgendwie weniger meditativ, als diejenige der klassischen Wats.

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Am Abend übernachten wir in einem Guest House am Mekong auf dessen Flussterrasse wir dann auch die Möglichkeit haben mit den Mitreisenden etwas näher ins Gespräch zu kommen.

Zweiter und dritter Tag

Früh am Morgen gehts bereits weiter. Zu acht sitzen wir ziemlich abenteurlich auf den Seitenklappen der Ladebrücke eines Pickups und werden zur Fährstation gebracht. Der Fährbetrieb wird hier über mehrere kleinere, längliche Fährboote gewährleistet, die...ähm....vom Fährmann vor der Überfahrt noch kurz leergeschöpft werden... Wir überqueren nun also den Mekong, die Grenze zu Laos. Die Grenzformalitäten gehen reibungslos über die Bühne. Einzig einer der Reisebegleiter versucht der Gruppe noch je 100 Baht zusätzlich abzuknöpfen, was jedoch am geballten Unwillen der Reisenden abprallt. An der Wechselstube tauschen wir einige amerikanische Dollar in die Landeswährung KIP, und werden dadurch unvermittelt zu Millionären!

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Fahrt auf dem Mekong (Übernachtungsstopp in Pak Beng)

Während zweier Tage verbringen wir nun den grössten Teil unserer "Wachzeit" auf dem Slow Boat und tuckern den Mekong hinunter, Luang Prabang zu. Der Regenwald säumt die braunen Fluten des Flusses. Unberührte Natur begleitet uns über die gesamte Strecke. Selten sichten wir ein einsames Fischerboot, eine einfache Hütte auf Pfählen, noch seltener etwas, das wie ein Dorf aussieht. Ab und zu überholt uns ein kleines Speed Boot, welches dieselbe Strecke, die wir in zwei Tagen zurücklegen in 7h bewältigt. Wir haben schönes Wetter, leicht kühlenden Fahrtwind, wir führen viele interessante Gespräche mit Weltenbummlern, die zum Teil bereits seit Monaten kreuz und quer über den Planeten driften. Und, um allen Aussteigefreudigen Mut zu machen, es handelt sich dabei nicht nur um Teenager oder Youngsters ;-) !

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Wir erleben ein kurzes Wetterabenteuer, als unvermittelt ein Mini-Regenschauer unseren Flussabschnitt erreicht. Plötzlich spritzt Gischt auf den Seiten in's Boot hoch, der Regen schlägt durch die offenen Seiten und beschert den Fahrgästen eine Mekong Dusche. Flugs geraten alle dösenden Passagiere in Bewegung und rollen in gemeinsamer Aktion die blauen Plastikplanen über die "Fenster". Unser Boot erinnert nun wegen des abgedämpften blauen Lichtes mehr an ein Space Ship - eine seltsame Athmosphäre. Nach wenigen Minuten ist der Spuk vorüber. Wir rollen die Blachen wieder hoch und weiter geht es den Fluss hinunter.

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Als wir am Ufer in Safrangelb gehüllte Mönche entdecken, die von einem Schiff aus baden, wissen wir: Luang Prabang ist nicht mehr weit... Denn die Stadt ist ein bedeutendes geistges Zentrum des Buddhismus und hunderte von Mönchen leben und beten hier seit Jahrhunderten. Als unser Schiff schliesslich In Luang Prabang anlegt merken wir sofort, hier tickt die Zeit laotisch. Zwar stehen auch hier einige Tuk Tuk Fahrer und Hotelvermittler, die ihre Dienste anbieten, aber alles ist äusserst zurückhaltend und erholsam sanft. "Sabaidee!" Hier kommt das Lächeln von Herzen. Zufrieden sind wir auch mit unserem Hotel. Es bietet sehr stimmungsvolle, komfortable und saubere Zimmer und hat Wifi. Wir freuen uns auf laotischen Kaffee morgen früh auf der Mekong-Terrasse, :-))

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