A Grand Day Out

Heute machen wir Bekanntschaft mit zwei (grossen) Mädels, lernen ihre Sprache, spazieren mit ihnen durch den Regenwald und gehen gemeinsam baden.

Wir waren heute in "Patara" einer Elefantenfarm in den Bergen in der Nähe von Chiang Mai. Pataras Philosophie ist folgende:

  1. Gesunde und zufriedene Elefanten, die in einem narürlichen Habitat leben dürfen.
  2. "Gesund" bedeutet für einen domestizierten Elefanten auch "artgerecht beschäftigt werden". Deshalb werden den Elefanten in Patara strikte keine Zirkustricks wie Malen, Fussballspielen etc. beigebracht.
  3. Verhindern der drohenden Ausrottung des asiatischen Elefanten durch gezieltes Zuchtprogramm (deshalb hat es auch 6! Elefantenbabys auf der Farm)
  4. Im Unterschied zu den "Elephant Sanctuaries" werden hier keine Kranken und alten Elefanten aufgenommen.

Patara bietet ein Programm an, welches den Besuchern erlaubt, einen Tag in direktem Kontakt mit den Elefanten und ihren Mahouts zu verbringen. Während man die Tiere einen Tag lang betreut, kann man sich viel Wissen über die Gesundheit, die Fütterung, die Pflege, die Zucht und die traditionelle Arbeit mit den Elefanten aneignen. Quasi ein "learning-by-doing" Programm.

 

Wir durften einen unvergesslichen Tag als "Elephant owner for one day" erleben.

Freundschaft schliessen mit einem Elefanten funktioniert über den Magen und ein sicheres Auftreten des "Hobbymahouts" (nicht des Elefanten). Monika freundet sich mit der 16-jährigen "Phrea" an und Thierry geht mit der 28-jährigen "Nemun" fremd. Beide Elefanten wiegen über 4Tonnen und fressen pro Tag an die 200 kg Grünzeug.

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Der zweite Punkt im Tagesprogramm ist die Gesundheitsinspektion. Ein Mahout kontrolliert jeden Morgen folgende Punkte:

1. Wedelt der Elefant mit den Ohren und dem Schwanz? Wenn ja, ist er zufrieden und glücklich.

2. Hat der Elefant gut geschlafen? Wenn ja, hat er auf seiner Haut Schmutzreste, die davon zeugen, dass er sich hingelegt hat. (Ein kranker Elefant würde beim Schlafen stehen.)

3. "Poop-Inspection": ein gesunder Elefant hinterlässt bei einer Darmentleerung immer mindestens 5 Dungkugeln. Diese dürfen nicht unangenehm riechen, müssen feucht sein und die Pflanzenfasern die darin enthalten sind, müssen ausreichend zerkleinert sein.

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4. Ein gesunder Elefant muss zwischen den Zehen schwitzen.

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Danach wird der Elefant zum Reiten bereit gemacht: Er wird zuerst mit einem Palmbesen oder einem Stein abgebürstet. Der Palmwedel kann verfüttert werden, der Stein nicht :-). Danach wird er geduscht.

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Für das Aufsteigen gibt es drei Techniken: Über den Vorderlauf, den gesenkten Kopf oder im Liegen. Thierry zeigt hier die 1+ Methode (die mit der Hilfe des Mahouts...).

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Ist man erstmal oben, muss man mindestens folgende Befehle kennnen: Bai ( vorwärts) Hau (stop) Tschana (hör auf).

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Dann geht's los direkt in den Regenwald. Es geht steil bergauf. Hier erweist sich der Befehl "Tschana" als äussersst wichtig, denn der Elefant ist im Schlaraffenland und an all den grünen Leckereien mehr interessiert als an den Befehlen seines Hobbymahouts ;-).

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Wir erklimmen im Elefanten-Gänsemarsch eine Passhöhe und reiten danach auf abenteuerlich glitschigem und steilem Gelände wieder nach unten (Leider gibt es von diesem wilden Ritt keine Bilder). Trotz des aufgeweichten und unwegsamen Untergrundes ist die Trittsicherheit der 4-Tönner erstaunlich. Nur jeweils einen Fuss heben sie vom Gelände ab damit sie sicher verankert nie das Gleichgewicht verlieren. Ein steiler Einstieg im wahrsten Sinne des Wortes!

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Unsere Karawane folgt danach kurze Zeit einer asphaltierten Strasse. Hier müssen wir als Mahouts den Elefanten am Ohr führen, damit er nicht von herannahenden Fahrzeugen erschreckt wird. Danach geht es wieder in den Wald hinein zu einem Wasserfall... und mitsamt der Elefanten hinein in's kühlende Nass.

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Die Elefanten erhalten nun mit Bürsten ein ausgedehntes "Skincare-Programm". Die Hände der Mahouts ihrerseits ein Peeling, da die Elefantenhaut und -haare rauh wie Schmirgelpapier sind.

Zum Schluss erhalten wir in einer über dem Wasserbecken thronenden Bambushütte ein klassisches Thailändisches Picnic-Buffet, das uns fürstlich für unsere Arbeit entlöhnt. Ein grossartiger Tag!

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